Gefion-Klasse

Aus Dreibürgischer Militäralmanach
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Vormals auch genutzt vom HRR  Dreibuergen Flagge Neu.png
Das Minenjagdboot S.M.S. Kulmbach
Schiffsdaten
Schiffsart: Minenjagdboot
Schiffsklasse: Gefion-Klasse
Einheiten: 50 gebaut, 25 in Dienst
Schiffsmaße und Besatzung
Länge: 54,40 m
Breite: 9,20 m
Verdrängung: 644 t
Tiefgang: max. 2,60 m
Besatzung: 37 Personen
Motoren: 2 Dieselmotoren (6.092 PS)
Geschwindigkeit: über 18,0 kn
Bewaffnung
Ausrüstung
  • 2 × Unterwasser Minenjagddrohnen
  • Teleskop-Bordkran
  • Taucherdruckkammer
  • Minentaucherausrüstung
  • 28 Minenvernichtungsladungen
  • 20 Seeminen (Ankertau- und Grundminen)
Sensoren
  • Navigationsradar
  • Digitaler Navigationsdatenverteiler
  • Feuerleitanlage

Im Gegensatz zu früher, als die üblichen Ankertauminen mittels Räumgeschirr leicht zu beseitigen waren, lassen sich die heutigen modernen Grundminen oft nicht einmal durch Simulationsräumung beseitigen. Als Reaktion entwickelte man die Minenjagdboote, welche Minen gezielt suchen und vernichten. Sie suchen mit einem hochfrequenten Sonar den Meeresgrund nach Minen ab. Die dabei festgestellten Kontakte werden mit einer Unterwasserdrohne oder durch Minentaucher identifiziert und gegebenenfalls mit Minenvernichtungsladungen bekämpft. Hierbei wird in der Regel bei Grundminen der Sprengstoff in der Mine durch den nahe platzierten Sprengstoff mittels einer sogenannten „Sympatiezündung“ zur Explosion gebracht. Bei Ankertauminen muss der Sprengstoff hingegen am Ankertau angebracht werden.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Minenräumen der klassischen Minensuchboote ist dieses Verfahren sehr zeitaufwendig, da jede Mine einzeln geortet und vernichtet werden muss. Doch auf diese Art können auch Minen bekämpft werden, die von Minensuchbooten nicht geräumt werden können. Die von Dreibürgen gebauten Minenjagdboote wurden aus nichtmagnetisierbarem Stahl gefertigt. Diese und diverse andere Besonderheiten machen diese Boote besonders unempfindlich gegen Minen. Dies zeigt sich, als in der Nähe eines der Boote mehrere Unterwassersprengungen durchgeführt wurden, wie sie auch bei Minen zu erwarten sind. Die Besatzung blieb dabei an Bord. Trotzdem gab es, bis auf den Ausfall einzelner Glühlampen, keine Schäden oder Verletzten.

Aufgaben

Hauptaufgabe eines Minenjagdbootes ist das Suchen und Vernichten von Seeminen. Aufgrund ihrer Ausstattung ist es den Booten darüber hinaus möglich, eine genaue Kartographie des Meeresbodens vorzunehmen; daneben können zahlreiche Wrackteile geortet werden, um diese für die Seeschifffahrt zu vermerken. Neben der Minenräumung sind die Boote auch in der Lage, als Minenwurfplattform zu dienen. Zu den Einsatzmöglichkeiten gehört auch die Seeraumüberwachung im Verband mit anderen Kleinschiffen der Marine, sowieso der gemeinsame Einsatz mit den Kampftauchern der Marine.

Entwicklung und Aufbau

Minenjagdboot Paolo im Einsatz

Nach jahrzehnten der Unterscheidung von Minensuchern bzw. Minenräumfahrzeugen und Minenlegern, suchte die Marine in den 80er Jahren nach einer neuen Schiffsklasse mit einem erweiterten Aufgaben- und Einsatzspektrum. Von 1988 bis 2006 wurden gemeinsam mit dem HRR insgesamt 50 Schiffe der Gefion-Klasse gebaut. 30 Einheiten für die kaiserlich-dreibürgische Marine und 20 Schiffe für die kayserliche Marine des HRR. Fünf dreibürgische Einheiten wurden noch vor der Ausrüstung der Reserve zugeordnet und für den Ernstfall vorgehalten. Die 20 Boote des HRR wurde nach der Fusion ebenfalls der Reserve zugeordnet, sofern sie nicht schon dort deaktiviert waren. Denkbar wäre eine Umrüstung zum Einsatz beim Marinesonderkommando oder für den schwerpunktmäßigen Einsatz von Spezialeinheiten wie den Kampftauchern.

Der Bootskörper und der Aufbau bestehen aus amagnetischem Chrom-Nickel-Mangan-Molybdän-Stickstoff-Schiffbaustahl und beim Bau wurde das Längsspant- und Querrahmensystem angewandt. Das Minenjagdboot verfügt über eine halbversenkte Back, zehn wasserdichte Abteilungen und ABC-Schutz. Das Minenjagdboot hat eine Einsatzverdrängung von 650 t bei einer Länge über alles von 54,40 m, einer Breite über alles von 9,20 m, einem Konstruktionstiefgang von 2,50 m und einem Einsatztiefgang von 2,60 m.

Das Minenjagdboot verfügt über zwei Antriebsdieselmotoren mit je 2.240 kW (3.046 PS), zwei Wellen mit zwei Verstellpropellern mit Durchmessern von je 1,90 m und zwei Hochleistungsflossenruder. Drei E-Dieselmotoren mit je 230 kW (312 PS) und drei Generatoren mit je 160 kVA komplettieren die Maschinenanlage. Die Konstruktionsgesamtleistung liegt bei 4.080 kW (5.550 PS), die Kurzhöchstgesamtleistung bei 4.480 kW (6.092 PS). Die Langsamfahrgeschwindigkeit beträgt 2 bis 6 kn, die Marschgeschwindigkeit 12 kn und die Dauerhöchstgeschwindigkeit über 18 kn. Das Minenjagdboot verfügt über einen Brennstoffvorrat von 60,29 m3.

Als Sensoren stehen Navigationsanlage, Funkpeiler, Radargerät, Satellitennavigationsanlage, System zur Auswertung und Darstellung taktischer Daten im Minenkampf, Datenauswerte- und Informationssystem, Minenjagdsystem und Sonar zur Verfügung. Alle Boote sind mit dem Marineleichtgeschütz 27 ausgerüstet. Außerdem stehen zwei Flugabwehrsysteme Fliegerfaust 1, Minenjagdgeräteausstattung und Minenwurfeinrichtung zur Verfügung. Als ergänzende Ausrüstung verfügt das Minenjagdboot über Magnetischen Eigenschutz (MES), zwei Minenjagddrohnen, Minentaucherausrüstung, Taucherdruckkammer Teleskop-Bordkran, ein Schlauchboot, vier Rettungsinseln und zwei Buganker in Seitenklüsen.

Minenausrüstung

Für die Minenjagd stehen dem Minenjagdboot das Sonar mit einem steuerbaren Suchsektor von 90° sowie die Minenjagddrohne zur Verfügung. Die erfassten Daten werden mit dem System zur Auswertung und Darstellung taktischer Daten im Minenkampf ausgewertet. Für die Minenbekämpfung stehen 28 Minenvernichtungsladungen zur Verfügung.

Das Minenjagdboot ist in der Lage, bis zu 20 Seeminen (Ankertau- und Grundminen) aufzunehmen, die bei Bedarf vom Achterdeck aus geworfen werden.

Weiterentwicklungen

Es gibt Überlegungen, einige der Reserveeinheiten zu Wachbooten für die Sicherung von Marineeinrichtungen im Inland, in Übersee und in Einsatzgebieten umzubauen und den Marineschutzkräften zugeordnet. Solche Boote könnten zum Beispiel als Hochseepatrouillenboote klassifiziert werden. In welchem Umfang diese Boote umgebaut werden, steht noch nicht fest. Außerdem wird eine Aufrüstung aller Boote mit dem Standard-Schiffsgeschütz des Kalibers 50 mm erprobt, die die 40 mm Flak ersetzen soll.

Einheiten, Geschwader und Standorte

Minenjagdboote der Gefion-Klasse