MLG 30

Aus Dreibürgischer Militäralmanach
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MLG 30 auf einem Tender der Dantze-Klasse

Das MLG 30 ist ein mittelkalibriges Automatikgeschütz für maritime Anwendungen. MLG 30 steht dabei für Marineleichtgeschütz (Marine-Leicht-Geschütz) im Kaliber 30 Millimeter (mm).

Das Geschütz, das als Revolverkanone aufgebaut ist, dient als Leichtgeschütz zur Bekämpfung von ungepanzerten oder leicht gepanzerten Seezielen, Flugzeugen, Flugkörpern, aber auch Landzielen. Die Wahl fiel auf die BK 30, eine Maschinenkanone die in Flugzeugen der Luftwaffe und der Marine als Bordkanone zum Einsatz kommt, da sich die Waffe im Einsatz bewährt hatte. Das Geschütz wird einzellafettiert und fernbedient. Ein Vorteil des Geschützes ist, dass es leicht auf vorhandene Kriegsschiffe integriert werden kann, da keine Decksdurchbrüche notwendig sind. Zur Zielverfolgung dient neben einer Tageslichtkamera ein Wärmebildgerät. Das Waffensystem ist damit allwetterkampffähig. Das gesamte Feuerleitsystem ist in dem Geschütz integriert. Ein Laserentfernungsmesser erlaubt die Entfernungsmessung sowohl manuell als auch automatisch. Die Munition wird über einen Munitionskasten rechts neben der Waffe zugeführt.

Das MLG 30 ist auf praktisch allen größeren Einheiten der Kaiserlichen Marine zu finden, wie beispielsweise den Fregatten der Auenhof- und der Greifburg-Klasse, den Korvetten der Cassau- und Bellevue-Klasse oder den Transports- und Versorgungsschiffen. Das Geschütz ersetz auf älteren Einheiten vorhandene 20-mm- und 40-mm-Geschütze oder stellt auch die Erstausrüstung dar. Im MLG 30 setzt die Marine seit 2003 panzerbrechende Wuchtgeschoss-Munition ein, die ohne Sprengstoff und Zünder auskommt.

Aufbau und Wirkung

Die Munition nutzt das Prinzip des Unterkalibers, das heißt der Durchmesser des Geschosses ist geringer als der des Rohres. Die Abdichtung und Führung im Geschützrohr übernimmt dabei der Treibkäfig. Ein Schwermetallkern wird im Spritzguss mit Kunststoff ummantelt, dabei wird auch das Führungsband integriert. Die Munition verfügt über eine sehr hohe Mündungsgeschwindigkeit (größer als 1400 Meter pro Sekunde beim Kaliber 35 mm), was ihr eine relativ gestreckte Flugbahn ermöglicht. Dies führt zu einer Vereinfachung der Feuerleitrechnung und im Zusammenhang mit der kurzen Flugzeit zu einer Erhöhung der Trefferwahrscheinlichkeit.

Der Schwermetallkern, der normalerweise aus einer Wolframlegierung besteht, zerlegt sich (zerbricht) nach dem Durchschlagen der Oberfläche des Ziels in mehrere Einzelteile. Diese Teile zerlegen sich beim weiteren Eindringen in das Ziel immer weiter und breiten sich dabei kegelförmig aus (Kaskadeneffekt). Das Ziel wird somit durch die Bruchstücke, die eine sehr große kinetische Energie aufweisen, ohne den Einsatz von Sprengstoff zerstört, wobei natürlich Sekundärexplosionen durch Kraftstoff oder Munition im Ziel nicht ausgeschlossen sind. Durch die kaskadierende Zerstörungswelle im Ziel sind oft weniger Treffer als mit normaler explodierender Munition nötig, um das Ziel zu zerstören oder zum Abbruch des Einsatzes zu bringen.

Die Treibladung des Geschosses besteht aus einbasiger Nitrozellulose.

Verwendung

MLG 30 auf einem Einsatzgruppenversorger der Rhone-Klasse

Unter Einsatz seiner Wuchtgeschoss-Munition kommt das MLG in erster Linie gegen Luftziele, insbesondere gegen Kampfhubschrauber, zum Einsatz. Sie kann gegen Tiefflieger, Drohnen und Marschflugkörper eingesetzt werden. Auch ein Einsatz gegen kleinere Seeziele ist möglich. Leuchtspurmunition ist vorhanden.