Fliegerfaust 1
| Allgemeines | |
| Bezeichnung | Fliegerfaust 1 Ausführung E |
| Waffenkategorie | Fliegerfaust |
| Hersteller | Stahlwerke Rhone |
| Technische Daten | |
| Länge | 1.520 mm |
| Höhe | 70 mm |
| Breite | 91 mm |
| Gewicht | 15,9 kg |
| Munition | 3 kg-schwerer Gefechtskopf |
| Reichweite | 6000 m |
Die Fliegerfaust 1 ist eine infrarotgelenkte Luftabwehrrakete der Stahlwerke Rhone, die gegen Luftziele eingesetzt wird. Die Fliegerfaust ist eine mit einem passiven Zielsuchkopf ausgerüstete Kurzstreckenrakete, die nach dem Abfeuern ihr Ziel selbstständig findet und zerstört. Sie wurde in den 70er Jahren als erste infrarotgelenkte schultertragbare Flugabwehrwaffe angeschafft und ist seitdem die Hauptflugabwehrwaffe der Infanterie. Die Fliegerfaust 1 wird aber auch in in allen anderen Teilstreitkräften intensiv genutzt, besonders bei der Marineinfanterie und den Sicherungseinheiten der Luftwaffe. Ihr Vorgänger war der Fliegerschreck aus dem Jahr 1948.
Varianten
Die Fliegerfaust 1 wurde seit ihrer Einführung 1977 mehrfach überarbeitet und mit neuen Gefechtsköpfen ausgestattet.
Fliegerschreck 2
Die Prototypen waren als Fliegerschreck 2 bekannt. 1956 begannen die Arbeiten an infrarotgelenkten Flugabwehrraketen. Diese sollten zunächst als Rüstsatz für das Fliegerschreck-System dienen und die alten Abschussrohre mit neuen Gefechtsköpfen auf die Höhe der Zeit bringen. Nachdem Schwierigkeiten mit dem alten System zum Scheitern dieses Projekts führen wurde 1961 die Entwicklung eines Fliegerschreck-2-Systems begonnen. Es sollte eine effektive Reichweite von 4.500 Metern und eine Bekämpfungshöhe von zwei Kilometern haben. Bereits 1966 konnte der erste Prototyp dem Reichsführungsstab vorgestellt werden. Dieser forderte noch einige Änderungen, besonders was die Bedienung der Abschussvorrichtung und die Stärke des Gefechtskopfes anbelangte.
Fliegerfaust 1A
Nachdem der Fliegerschreck 2 alle Erprobungen bestanden hatte wurde das System in Fliegerfaust umbenannt. 1971 schließlich erfolgte die Auslieferung an die Truppe. Die Fliegerfaust A hatte eine Reichweite von 3.300 Metern, eine Bekämpfungshöhe von 2.000 Metern und einen passiven Infrarotsuchkopf. Etwa 55.000 Fliegerfaust A-Systeme wurden an die Truppe ausgeliefert.
Fliegerfaust 1B
Nach der Einführung der Fliegerfaust A wurde die Entwicklung des Systems voran getrieben. Besonders der Suchkopf wurde überarbeitet um die Rakete effizienter zu machen. 1974 wurde die verbesserte Fliegerfaust B an die Truppe ausgeliefert.
Fliegerfaust 1C
Die Streitkräfte analysierten ausgiebig die Probleme der Fliegerfaust und entwarfen große Teile des Systems neu. Ursprünglich als Fliegerfaust 2 bezeichnet, wurde das System 1985 unter der Bezeichnung Fliegerfaust 1C an die Truppe ausgeliefert. Das überarbeitete System hatte eine Reichweite von 5.000 Metern und ein Gesamtgewicht von 14 Kilogramm. Die bedeutendste Neuerung war allerdings der überarbeitete Computer im Inneren des Suchkopfes, der die Rakete unempfindlicher gegen feindliche Gegenmaßnahmen wie Täuschkörper und natürliche Störungen machen sollte.
Fliegerfaust 1S
Als Fliegerfaust 1S bezeichnet man eine Serie von Prototypen der Fliegerfaust, die mit einem semiaktiven Suchkopf ausgestattet wurden. Dieses Projekt fand allerdings nie den Weg in die Arsenale der Streitkräfte.
Fliegerfaust 1D
Die nächste Kampfwertsteigerung umfasste zwei Modifikationen, die aus einem Streit zwischen Heer und Luftwaffe über die nötigen Konfigurationen hervorgingen. Anfang der 90er Jahre forderte die Luftwaffe für den Objektschutz eine größere Reichweite, während das Heer einen stärkeren und somit schweren Gefechtskopf verlangte. Die Fliegerfaust 1 Ausführung D Modifikation 1 war die Fliegerfaust für die Infanterie. Sie hatte eine Reichweite von 4.000 Metern und einen stärkeren Gefechtskopf, dessen Explosion auch in Distanz zum Flugobjekt noch Schäden verursachen konnte. Die Luftwaffe erhielt hingegen die Ausführung D Modifikation 2, die mit einer Reichweite von 6.000 Metern auch höher fliegende Objekte treffen konnte.
Fliegerfaust 1E
Die Fliegerfaust 1E führte Luftwaffe und Heer wieder zusammen, in dem sie dank eines stärkeren Antriebes beide Anforderungsprofile erfüllen konnte.
F1LLRS
Die Fliegerfaust 1 wurde auch zum Einsatz auf fliegenden Plattformen umgerüstet. Das Fliegerfaust 1 Luft-Luft-Raketensystem kurz F1LLRS wird in Hubschraubern und im Ca/Ti 55 Alpha als leichte Luft-Luft-Bewaffnung verwendet.