Uniformen der Kaiserlichen Marine
Dienstanzüge
Dienstanzug
Der Dienstanzug wird außerhalb militärischer Anlagen als Ausgehuniform und innerhalb militärischer Anlagen zu feierlichen Veranstaltungen getragen. In einigen Dienststellen der Kaiserlichen Streitkräfte – zum Beispiel auch im OKM – ist er Tagesdienstanzug.
Mannschaften
Der Dienstanzug der Marine wird in mehrere Gruppen aufgeteilt. So tragen Mannschaften bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres einen Matrosenanzug. Dieser besteht aus einer dunkelblauen Bluse, tief ausgeschnitten, ohne Knöpfe, und einer gleichfarbigen Seemannshose, die als Klapphose ausgeführt ist. Zur Bluse gehören ein mittelblauer Exerzierkragen und ein schwarzes Halstuch. Die Dienstgradabzeichen befinden sich bei der Bluse – in Form eines Winkels – auf dem Oberarm. Seitdem es weibliche Mannschaftsdienstgrade in der Marine gibt, gehört zur Bluse ein weißes Hemd/Leibchen mit blauem Rundkragen. Im Sommer wird eine Bluse getragen, die aus einem dünnen weißen Stoff besteht. Als Schuhwerk werden schwarze Halbschuhe und Strümpfe getragen, zum Wachanzug Seestiefel. Zu diesem Anzug gehört außerdem eine Tellermütze mit weißem Bezug und einem Mützenband mit dem goldenen Namenszug der Einheit des Soldaten. Im Winter wird ein kurzer, dunkelblauer Überziehrock getragen.
Für den Dienst in tropischen und subtropischen Regionen gibt es neben den typischen Regelungen für den Sommer, eine weiße Hose zur Bluse. Das Tragen ist auf dreibürgischen Bundesgebiet verboten und somit nur in den Kolonien erlaubt.
Unteroffiziere
Unteroffiziere, Kadetten und Mannschaften die das 30. Lebensjahr vollendet haben, tragen traditionell eine zweireihige dunkelblaue Dienstjacke mit gleichfarbiger Hose und weißem Diensthemd, inoffiziell auch Wäsche vorn genannt. Die Dienstgradabzeichen befinden sich bei der Dienstjacke auf dem Oberarm. Dazu werden schwarze Schuhe und Strümpfe und eine Unteroffziers-Schirmmütze mit dunkelblauem Bezug getragen. Im Winter wird die Uniform durch einen dunkelblauen zweireihigen Mantel ergänzt, im Sommer kann anstelle des Jacketts ein kurzärmliges weißes Diensthemd getragen werden. Dazu gibt es einen Unteroffziers-Schirmmütze mit weißem Bezug.
Frauen tragen eine einreihige, dunkelblaue Dienstjacke und können statt einer Hose wahlweise auch einen Rock tragen. Statt einer Krawatte tragen weibliche Unteroffiziere und Kadetten eine Halsbinde (Beffchen). Von diesen Regelungen kann auf Antrag auch dispensiert werden.
Für den Dienst in tropischen und subtropischen Regionen gibt es neben den typischen Regelungen für den Sommer, einen komplett weißen Ausgehanzug. Das Tragen des Ausgehanzugs für Tropengebiete ist auf dreibürgischem Bundesgebiet verboten und somit nur in den Kolonien erlaubt.
Offiziere und Deckoffiziere
Offiziere, Deckoffiziere und Fähnriche tragen traditionell eine zweireihige dunkelblaue Dienstjacke mit gleichfarbiger Hose und weißem Diensthemd, inoffiziell auch Wäsche vorn genannt. Die Dienstgradabzeichen befinden sich bei der Dienstjacke – im Unterschied zu den meisten anderen Uniformen der Kaiserlichen Streitkräfte – in Form von Ärmeltressen (mit einer darüber aufgenähten goldenen Kaiserkrone) am unteren Teil der Ärmel. Dazu werden schwarze Schuhe und Strümpfe und eine Schirmmütze mit dunkelblauem Bezug getragen. Im Winter wird die Uniform durch einen dunkelblauen zweireihigen Mantel ergänzt, im Sommer kann anstelle des Jacketts ein kurzärmliges weißes Diensthemd getragen werden. Dazu gibt es einen Schirmmütze mit weißem Bezug. Eine ungeschriebe Regel besagt, dass der Kommandant eines Schiffes eine Schirmmütze mit weißem Bezug tragen darf, um in seiner Funktion sofort erkannt zu werden.
Frauen tragen eine einreihige, dunkelblaue Dienstjacke und können statt einer Hose wahlweise auch einen Rock tragen. Statt einer Krawatte tragen weibliche Offiziere und Fähnriche eine Halsbinde (Beffchen). Von diesen Regelungen kann auf Antrag auch dispensiert werden.
Für den Dienst in tropischen und subtropischen Regionen gibt es neben den typischen Regelungen für den Sommer, einen komplett weißen Ausgehanzug. Das Tragen des Ausgehanzugs für Tropengebiete auf dreibürgischen Bundesgebiet verboten und somit nur in den Kolonien erlaubt.
- Dienstanzug Marine Tropen W.jpg
Frauen (Tropen)
Flottenmarschälle und Großadmirale
Die Uniform der Flottenmarschälle und Großadmirale entspricht der Offiziers-Uniform. Sie haben zudem das Recht, im Dienst einen einfachen Interimsstab zu tragen. Dieser ist bei der Kaiserlichen Marine ein kleines Fernrohr, kann aber auch dem Standard im Heer entsprechen.
Der Großadmiral trägt bei besonderen Anlässen den Großadmiralstab oder seinen Interimsstab, den er auch im Dienst tragen darf. Dieser hat die selbe Musterung wie der Großadmiralstab.
Großer Dienstanzug
Der Große Dienstanzug ist eine Abwandlung des Dienstanzuges in seiner Grundform. Er wird nur auf Befehl und zu besonderen Anlässen getragen. Als Abwandlung kann ein Helm anstelle der Schirmmütze befohlen werden, dies kommt eher bei der Marineinfanterie vor. Der Große Dienstanzug ist zugleich die Paradeuniform für alle Mannschaftendienstgrade, Unter- und Deckoffiziere.
Mannschaften
Als Ausgehanzug und zur Parade wird eine blaue Kurzjacke zum Marinehemd getragen, der Kragen wird über die Jacke ausgeschlagen. Auf jeder Seite der Jacke sitzt eine Reihe von neun Metallknöpfen. Maate tragen zusätzlich zum Ausgehanzug die Schirmmütze der Bootsleute und einen Marinedolch ohne Portepee. Zur Parade ist der Überzieher zu tragen.
Unteroffiziere
Der Große Dienstanzug und die Paradeuniform der Kaiserlichen Marine besteht aus einem zweireihigen Rock aus dunkelblauem Tuch und neun goldenen Knöpfen auf der Seite, darunter wird ein weißes Hemd mit hochstehendem Eckkragen und schwarzem Querbinder getragen. Als Kopfbedeckung dient die dunkelblaune oderweiße Unteroffiziersschirmmütze mit Stoffschirm und schwarzem Moiréband. Dazu wird eine silberne Schärpe mit Schließe aus Goldmetal getragen und der Unteroffizierssäbel angelegt.
Offiziere und Deckoffiziere
Auch die Offiziersvariante des Großen Dienstanzuges der Kaiserlichen Marine besteht aus einem zweireihigen Rock aus dunkelblauem Tuch und neun goldenen Knöpfen auf der Seite, darunter wird ein weißes Hemd mit hochstehendem Eckkragen und schwarzem Querbinder getragen. Über den Ärmeltressen ist eine ebenso goldene Kaiserkrone aufgenäht. Als Kopfbedeckung dient die dunkelblaue oder weiße Offiziersschirmmütze mit Stoffschirm und schwarzem Moiréband. Dazu wird eine silberne Schärpe mit Schließe aus Goldmetal getragen und der Offizierssäbel mit Portepee angelegt.
Kleiner Dienstanzug
Umgangssprachlich wird bei Heer, Luftwaffe und Marine als der „kleine Dienstanzug“ eine Abwandlung des Dienstanzug für warme Tage bezeichnet. Als Oberbekleidung wird hier lediglich das kurze Diensthemd mit oder ohne Langbinder getragen.
Mannschaften
Unteroffiziere
Deckoffiziere
Deckoffiziere tragen den Kleinen Dienstanzug der Offiziere. Als Kopfbedeckung dient die Schirmmütze der Offiziere.
Offiziere
Paradeuniformen
Mannschaften, Unteroffiziere legen zur Parade den Großen Dienstanzug an. Gleiches gilt für Kadetten und Deckoffiziere.
Paradeuniform
Die Paradeuniform entspricht im Wesentlichen dem Großen Dienstanzug. Statt der Schulterstücke werden Epauletten ein längs aufgesetzter zweispitziger Hut (Zweispitz) aus schwarzem Haarfilz getragen. Bei Offizieren ist er mit schwarzem Moiréband und bei Admiralen mit breiter Goldtresse besetzt. Die auf der rechten Hutseite sitzende Nationalkokarde wird von einer ca. 15 cm langen und 4,5 cm breiten Agraffe fixiert. Die Agraffe aus dicken Goldbouillons wurde unten etwa mittig von einem goldfarbigen Ankerkopf gehalten. Zur Paradeuniform sind weiße Handschuhe vorgeschrieben. Auch bei der Paradeuniform ist für Frauen ein Rock zugelassen, es wird aber der normale Zweispitz getragen.
Große Paradeuniform
Neben der Paradeuniform existiert noch eine Große Paradeuniform die nur noch selten und vor allem von Stabsoffizieren und Admiralen getragen wird. Diese ist ein bis zum Knie reichender Zweireiher mit in Goldmetall eingefassten Brustklappen und dreiknöpfige geschweifte Ärmelpatten in weißer Farbe des Futters. Über den Ärmelplatten die Kaiserkrone. Die Große Paradeuniform wird üblicherweise mit Epauletten getragen. Dazu gehören dunkelblaue Beinkleider mit Goldtresse an der äußeren Hosennaht sowie schwarze Halbschuhe, dazu ist der Marinesäbel mit Portepee obligatorisch.
Gesellschaftsanzug
Mannschaften
Blaue Jacke oder Überzieher. Ab dem 30. Lebensjahr Gesellschaftsanzug für Unteroffiziere.
Offiziere und Unteroffiziere
Für festliche gesellschaftliche Anlässe wird der Gesellschaftsanzug getragen. Er ist nur für Offiziere und Unteroffiziere zugelassen. Diese tragen ihn, wenn für zivile Gäste Frack oder Smoking vorgesehen ist. Er ist einheitlich schwarz.
Weibliche Soldaten tragen zum langen dunkelblauen Rock eine weiße Bluse mit langem, über der Brust gekreuztem Halstuch und darüber ein dunkelblaues, kurzes Samtjackett. Als Abwandlung ist ein kurzes, weißes Seidenjackett in Verbindung mit einer blauen Bluse zulässig.
Männliche Soldaten tragen den Gesellschaftsanzug, Grundform bestehend aus Jackett mit Kettchenverschluss, Hose mit schwarzen Seidengalons und „Kummerbund“ aus dunkelblauem Tuch. Dazu werden ein weißes Smokinghemd (mit verdeckter Knopfleiste und Stehkragen), ein schwarzer Querbinder und schwarze, glatte Halbschuhe oder Lackschuhe getragen. Die Dienstgradzeichen befinden sich wie üblich am unteren Teil der Ärmel. Das Jackett wird ohne Ärmelbänder, Kragenspiegel oder sonstige farbige Kennzeichnung getragen. Orden und Ehrenzeichen in der Miniaturversion am Band.
Großer Gesellschaftsanzug
Admirale oder Verbandskommandeure und Schiffskommandanten ab dem Kapitän zur See, können statt des Jacketts im Smokingschnitt, alternativ auch eine Frackjacke tragen.
Mützen und Hüte
Zusätzlich ist eine dunkelblaue Schiffchenmütze einzuführen.
Sonderregelungen
Feld-, Kampf- und Überanzüge
Bordgefechtsanzug
Im Seedienst wird der Bordgefechtsanzug (BGA, früher AGA für Arbeits- und Gefechtsanzug) getragen. Er besteht aus einer enganliegenden, dunkelblauen Reißverschlussjacke, einem weißen Hemd und einer dunkelblauen Hose mit Beintaschen, zum besseren Schutz vor Entflammbarkeit ist der Stoff aus einer Mischung von Aramid und Viskose gewebt. Des Weiteren gehören zum Anzug schwarze Bordschuhe und als Kopfbedeckung das Schiffchen oder die Schirmkappe. Für die kalte Jahreszeit gibt es einen dunkelblauen Parka und für den Decksdienst Nässe- und Kälteschutzkleidung. Auch für U-Boot-Besatzungen gibt es eine spezielle Schutzkleidung. In den Kolonien, oder tropischen und subtropischen Gefilden, kann ein kurzärmliges Hemd getragen werden.
Für Ingenieure und Maschinisten gibt es zusätzlich noch einen Ganzanzug, der zusätzlich vor Schmier- und Betriebsstoffen schützt.
Flugdienstanzug
Marineinfanterie
Die Marineinfanterie verfügt neben dem Standard-Dienstanzug noch über einen zweiten Dienstanzug, der an Land oder innerhalb von Einrichtungen der Marineinfanterie getragen werden kann und der Abgrenzung dient. Der Dienstanzug ist ähnlich dem des Heeres, aber in dunklem Blau gehalten. Er wird im Alltag allerdings seit Jahrzehnten nur noch sehr selten verwendet, hauptsächlich von Flaggoffizieren und Kommandeuren größerer Einheiten.
Neben diesem Unterschied entsprechen die Uniformen der Marineinfanterie genau denen der übrigen Seestreitkräfte. Seit den 70er Jahren hat der Kampfanzug weitgehend den Dienstanzug im alltäglichen Gebrauch verdrängt.