R-55

Aus Dreibürgischer Militäralmanach
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Die R-55 "Feuerlilie"
Allgemeines
Bezeichnung: R-55 "Feuerlilie"
Waffenkategorie: Boden-Luft-Lenkwaffe
Hersteller: verschieden
Technische Daten
Länge: 3,66 m
Durchmesser: 254 mm
Gewicht: 280 kg
Antrieb: Feststofftriebwerk
Geschwindigkeit: Mach 4,0+
Reichweite: 50+ km
Ausstattung
Gefechtskopf: 39-kg-Splittergefechtskopf
Zielortung: halbaktive Radarzielsuche
Zünder: Näherungs- und Aufschlagzünder
Waffenplattformen: Kriegsschiffe

Die R-55 "Feuerlilie" ist eine schiffgestützte Flugabwehrrakete mittlerer Reichweite. Ihr Haupteinsatzgebiet ist die Bekämpfung moderner Seezielflugkörper und überschallschnellen Antischiffsflugkörpern, aber auch von langsamen oder niedrig fliegenden Flugzielen wie Hubschraubern.

Entwicklung

R-55 wird aus einem Mark-8-Starter abgefeuert

Die R-55 wurde entwickelt, um das System LAR-7 zu ersetzen, das moderne Seezielflugkörper nur bedingt effektiv bekämpfen kann. Zu den aufkommenden Bedrohungen zählten vor allem akutelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Antischiffsflugkörper (Marschflugkörper), die sehr tief und überschallschnell fliegen, starke Manöver durchführen können und über begrenzte Elektronische Gegenmaßnahmen (EloGM) verfügen. Allerdings sollte die Umrüstung auch möglichst ohne große Modifikationen an vorhandener Systemen durchgeführt werden, sodass man sich dazu entschied, Teile der Lenkelektronik, des Antriebs und des Gefechtskopfes von der LAR-7 zu übernehmen und diese anschließend umfassend zu modernisieren. Viele Komponenten wurden jedoch auch vollständig neu entwickelt, zum Beispiel die Flugzelle oder der Näherungszünder. Trotz dieser Änderungen kann die R-55 schnell in ein bereits vorhandenes LAR-7-System integriert werden, da sie mit dessen Start- und Feuerleitsystemen kompatibel ist. Lediglich eine Aktualisierung der Rechnerprogrammierung und geringfügige Modifikationen am Lenkwaffenstarter sind für die Integration nötig.

Die Serienfertigung begann im Mai 2005. Im Sommer 2009 wurde erfolgreich eine kampfwertgesteigerte Variante getestet, die über ein neues Lenksystem verfügt und eine höhere Abschusswahrscheinlichkeit bieten soll.

Technik

Abschuss aus VAS

Obwohl die R-55 auf der LAR-7 basiert, handelt es sich um eine fast völlig neue Lenkwaffe. Lediglich der Gefechtskopf wurde nahezu unverändert übernommen, allerdings ohne den ursprünglichen Annäherungszünder. Für die Flugsteuerung sind vier Kontrollflächen am Heck und die Schubvektorsteuerung zuständig, wodurch die Rakete ein sehr hohes Maß an Wendigkeit aufweist und, kombiniert mit einer verstärkten Flugzelle, Manöver mit bis zu 50g durchführen kann. Des Weiteren liefern die Lagekontrollsysteme bereits unmittelbar nach dem Start zuverlässige Daten, wodurch eine sehr geringe Mindestreichweite erzielt werden kann. Zur Lenkung wird hauptsächlich ein semi-aktives Radarsystem eingesetzt. Da die Rakete jedoch zusätzlich über ein inertiales Navigationssystem und einen Datenlink verfügt, ist eine Radarbeleuchtung des Zieles nur in den letzten Sekunden des Fluges nötig. Dieses Verfahren macht es im Falle eines Angriffes möglich, eine große Anzahl von Lenkwaffen zu starten und auf Abfangkurs zu bringen, selbst wenn nicht genügend Feuerleitkanäle zu deren Lenkung verfügbar sind. Die R-55 kann durch eine Vielzahl von Feuerleitradaren gesteuert werden. Darüber hinaus kann das System nun auch sehr langsame Ziele (z. B. Hubschrauber) und Oberflächenziele zuverlässig erfassen und bekämpfen.








Plattformen

  • Vertikales Abschusssystem VAS 80 (vier Raketen pro Rohr)
  • Mark-8-Starter der LAR-7 (eine Rakete pro Rohr)

Technische Daten

Kenngröße Daten
Länge: 3,66 m
Durchmesser: 20,3 cm
Spannweite: 1,00 m
Gewicht: 280 kg
Antrieb: Feststoffrakete, Dual-Schub
Geschwindigkeit: > Mach 4
g-Limit: 50g
Max. Reichweite: > 50 km
Min. Reichweite: 1500 m
Lenkung: semi-aktiv, passiv, Datenverbindung, Inertiales Navigationssystem
Gefechtskopf: 39,5-kg-Splittersprengkopf
Zündung: Näherungs- und Aufschlagzünder
Vernichtungsradius: ca. 8 m