LAR-7S: Unterschied zwischen den Versionen

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In den frühen 1960er-Jahren begann die Kaiserliche Marine mit der Entwicklung eines Flugabwehrsystems für den Einsatz auf Schiffen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung von Anti-Schiff-Raketen gelegt wurde. Es sollte als Standard-Selbstverteidigungssystem auf Schiffen eingesetzt werden. Man entschied sich, eine modifizierte LAR-7L-Lenkwaffe als Basis zu verwenden. Die daraus entstandene LAR-7S war in fast jedem Bereich mit der luftgestützten Version identisch. Der 1966 eingeführte Flugkörper wurde von einem Mark-8-Starter abgefeuert.
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In den frühen 1960er-Jahren begann die Kaiserliche Marine mit der Entwicklung eines Flugabwehrsystems für den Einsatz auf Schiffen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung von Anti-Schiff-Raketen gelegt wurde. Es sollte als Standard-Selbstverteidigungssystem auf Schiffen eingesetzt werden. Man entschied sich, eine modifizierte [[LAR-7]]-Lenkwaffe als Basis zu verwenden. Die daraus entstandene LAR-7S war in fast jedem Bereich mit der luftgestützten Version identisch. Der 1966 eingeführte Flugkörper wurde von einem Mark-8-Starter abgefeuert.
  
 
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Die LAR-7S ist weitestgehend mit der luftgestützten LAR-7L identisch. Ein besonderes Merkmal ist jedoch die Lenkung mit zwei parallel arbeitenden Dauerstrich-Feuerleitradaren. Das erste Radar mit einem kleinen Öffnungswinkel dient wie bei der LAR-7L dazu, das Ziel zu beleuchten und so einen präzisen Zielanflug zu gewährleisten. Das zusätzliche zweite Radar besitzt hingegen einen relativ großen Öffnungswinkel und dient zum Herausfiltern der Stördaten, die durch die Meeresoberfläche entstehen. Diese Technik wurde eingeführt, um die effektive Bekämpfung von tieffliegenden Zielen wie etwa Anti-Schiff-Raketen zu ermöglichen. Diese Technik konnte jedoch erst mit der verbesserten Version voll genutzt werden.
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Die LAR-7S ist weitestgehend mit der luftgestützten [[LAR-7]] identisch. Ein besonderes Merkmal ist jedoch die Lenkung mit zwei parallel arbeitenden Dauerstrich-Feuerleitradaren. Das erste Radar mit einem kleinen Öffnungswinkel dient wie bei der [[LAR-7]] dazu, das Ziel zu beleuchten und so einen präzisen Zielanflug zu gewährleisten. Das zusätzliche zweite Radar besitzt hingegen einen relativ großen Öffnungswinkel und dient zum Herausfiltern der Stördaten, die durch die Meeresoberfläche entstehen. Diese Technik wurde eingeführt, um die effektive Bekämpfung von tieffliegenden Zielen wie etwa Anti-Schiff-Raketen zu ermöglichen. Diese Technik konnte jedoch erst mit der verbesserten Version voll genutzt werden.
  
 
Des Weiteren verfügt die LAR-7S auch über einen Boden-Boden-Modus, der die Bekämpfung von Oberflächenzielen ermöglicht. Dies ist typisch für schiffgestützte Boden-Luft-Lenkwaffen. So wurde ein solcher Modus auch für die [[R-55]] eingeführt. Aufgrund des relativ kleinen Gefechtskopfes von 40 kg können lediglich kleinere Schiffe effektiv bekämpft werden. So wurden in Übungen schon Schlauchboote versenkt.
 
Des Weiteren verfügt die LAR-7S auch über einen Boden-Boden-Modus, der die Bekämpfung von Oberflächenzielen ermöglicht. Dies ist typisch für schiffgestützte Boden-Luft-Lenkwaffen. So wurde ein solcher Modus auch für die [[R-55]] eingeführt. Aufgrund des relativ kleinen Gefechtskopfes von 40 kg können lediglich kleinere Schiffe effektiv bekämpft werden. So wurden in Übungen schon Schlauchboote versenkt.
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Die Sea Sparrow war die erste dreibürgische Luftabwehrrakete welche speziell zur Bekämpfung von Anti-Schiff-Raketen konzipiert wurde. Diese haben sich jedoch maßgeblich weiterentwickelt. Da schon die luftgestützte LAR-7L mit solchen Zielen Probleme hatte ist davon auszugehen, dass die LAR-7S gegenüber einer solchen Rakete keine hohe Trefferwahrscheinlichkeit erzielen würde. Auch die Mindesteinsatzhöhe von 6 Metern limitiert den Einsatz gegen moderne Raketen, die meist nur 2 bis 5 Meter über dem Wasser fliegen. Aufgrund dieser Defizite wurde eine neue Lenkwaffe entwickelt, welche auch fortschrittliche Anti-Schiff-Raketen effektiv bekämpfen kann: Die [R-55]] "Feuerlilie". Sie ist eine grundlegende Weiterentwicklung der LAR-7S, von der nur noch einige Teile des Lenksystems übernommen wurden. Im Nahbereich wird die LAR-7S seit den 1990er Jahren durch das LwA-99-System ergänzt.
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Die Sea Sparrow war die erste dreibürgische Luftabwehrrakete welche speziell zur Bekämpfung von Anti-Schiff-Raketen konzipiert wurde. Diese haben sich jedoch maßgeblich weiterentwickelt. Da schon die luftgestützte [[LAR-7]] mit solchen Zielen Probleme hatte ist davon auszugehen, dass die LAR-7S gegenüber einer solchen Rakete keine hohe Trefferwahrscheinlichkeit erzielen würde. Auch die Mindesteinsatzhöhe von 6 Metern limitiert den Einsatz gegen moderne Raketen, die meist nur 2 bis 5 Meter über dem Wasser fliegen. Aufgrund dieser Defizite wurde eine neue Lenkwaffe entwickelt, welche auch fortschrittliche Anti-Schiff-Raketen effektiv bekämpfen kann: Die [R-55]] "Feuerlilie". Sie ist eine grundlegende Weiterentwicklung der LAR-7S, von der nur noch einige Teile des Lenksystems übernommen wurden. Im Nahbereich wird die LAR-7S seit den 1990er Jahren durch das LwA-99-System ergänzt.
  
 
Trotz der Nachteile des Systems befindet sich die LAR-7S noch auf einigen Schiffen im Einsatz, hauptsächlich aus Kostengründen. Die [[R-55]] kann nämlich auch in Verbindung mit dem Mark-8-Starter genutzt werden, so dass bei einer Umrüstung keine umfassenden Umbauten im Bereich der Starter vorgenommen werden müssen. Allerdings müssen die Radar- und Lenksysteme an die [[R-55]] angepasst werden, was teilweise zu erheblichen Mehrkosten führen kann.
 
Trotz der Nachteile des Systems befindet sich die LAR-7S noch auf einigen Schiffen im Einsatz, hauptsächlich aus Kostengründen. Die [[R-55]] kann nämlich auch in Verbindung mit dem Mark-8-Starter genutzt werden, so dass bei einer Umrüstung keine umfassenden Umbauten im Bereich der Starter vorgenommen werden müssen. Allerdings müssen die Radar- und Lenksysteme an die [[R-55]] angepasst werden, was teilweise zu erheblichen Mehrkosten führen kann.

Version vom 26. Dezember 2012, 17:02 Uhr

Die LAR-7S (Luftabwehrrakte 7, Seegestützt) ist eine Luftabwehrrakete mittlerer Reichweite die seegestützt auf Schiffen eingesetzt wird. Die Waffe wird nur noch selten verwendet und wird als Reserve eingelagert.

Entwicklung

In den frühen 1960er-Jahren begann die Kaiserliche Marine mit der Entwicklung eines Flugabwehrsystems für den Einsatz auf Schiffen, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung von Anti-Schiff-Raketen gelegt wurde. Es sollte als Standard-Selbstverteidigungssystem auf Schiffen eingesetzt werden. Man entschied sich, eine modifizierte LAR-7-Lenkwaffe als Basis zu verwenden. Die daraus entstandene LAR-7S war in fast jedem Bereich mit der luftgestützten Version identisch. Der 1966 eingeführte Flugkörper wurde von einem Mark-8-Starter abgefeuert.

Technik

Die LAR-7S ist weitestgehend mit der luftgestützten LAR-7 identisch. Ein besonderes Merkmal ist jedoch die Lenkung mit zwei parallel arbeitenden Dauerstrich-Feuerleitradaren. Das erste Radar mit einem kleinen Öffnungswinkel dient wie bei der LAR-7 dazu, das Ziel zu beleuchten und so einen präzisen Zielanflug zu gewährleisten. Das zusätzliche zweite Radar besitzt hingegen einen relativ großen Öffnungswinkel und dient zum Herausfiltern der Stördaten, die durch die Meeresoberfläche entstehen. Diese Technik wurde eingeführt, um die effektive Bekämpfung von tieffliegenden Zielen wie etwa Anti-Schiff-Raketen zu ermöglichen. Diese Technik konnte jedoch erst mit der verbesserten Version voll genutzt werden.

Des Weiteren verfügt die LAR-7S auch über einen Boden-Boden-Modus, der die Bekämpfung von Oberflächenzielen ermöglicht. Dies ist typisch für schiffgestützte Boden-Luft-Lenkwaffen. So wurde ein solcher Modus auch für die R-55 eingeführt. Aufgrund des relativ kleinen Gefechtskopfes von 40 kg können lediglich kleinere Schiffe effektiv bekämpft werden. So wurden in Übungen schon Schlauchboote versenkt.

Zukunft

Die Sea Sparrow war die erste dreibürgische Luftabwehrrakete welche speziell zur Bekämpfung von Anti-Schiff-Raketen konzipiert wurde. Diese haben sich jedoch maßgeblich weiterentwickelt. Da schon die luftgestützte LAR-7 mit solchen Zielen Probleme hatte ist davon auszugehen, dass die LAR-7S gegenüber einer solchen Rakete keine hohe Trefferwahrscheinlichkeit erzielen würde. Auch die Mindesteinsatzhöhe von 6 Metern limitiert den Einsatz gegen moderne Raketen, die meist nur 2 bis 5 Meter über dem Wasser fliegen. Aufgrund dieser Defizite wurde eine neue Lenkwaffe entwickelt, welche auch fortschrittliche Anti-Schiff-Raketen effektiv bekämpfen kann: Die [R-55]] "Feuerlilie". Sie ist eine grundlegende Weiterentwicklung der LAR-7S, von der nur noch einige Teile des Lenksystems übernommen wurden. Im Nahbereich wird die LAR-7S seit den 1990er Jahren durch das LwA-99-System ergänzt.

Trotz der Nachteile des Systems befindet sich die LAR-7S noch auf einigen Schiffen im Einsatz, hauptsächlich aus Kostengründen. Die R-55 kann nämlich auch in Verbindung mit dem Mark-8-Starter genutzt werden, so dass bei einer Umrüstung keine umfassenden Umbauten im Bereich der Starter vorgenommen werden müssen. Allerdings müssen die Radar- und Lenksysteme an die R-55 angepasst werden, was teilweise zu erheblichen Mehrkosten führen kann.