KwK 120/55
| Allgemeines | |
| Bezeichnung: | KwK 120/44 |
| Waffenkategorie: | Panzergeschütz |
| Hersteller: | Stahlwerke Rhone |
| Einsatzzeit: | 2001 bis Heute |
| Technische Daten | |
| Rohrlänge: | 6,6 m / L55 |
| Kaliber: | 12 cm |
| Munition | |
| Granatkartusche: | 120 x 570 mm |
Die Kampfwagenkanone (KwK) 120/55 ist eine weiterentwickelte, verlängerte Variante der KwK 120/44 und die derzeitige Standardbewaffnung dreibrürgischer Hauptkampfpanzer.
Durch die Weiterentwicklung des internationalen Panzerbaus, insbesondere der Einführung wirkungsvollerer Reaktivpanzerungen, in den 1980er-Jahren wurde eine Steigerung der Feuerkraft dreibürgischer Panzer aus Sicht des RFS unumgänglich. Nachdem die Idee der völligen Neuentwicklung eines Hauptkampfpanzers Mitte der 90er Jahre verworfen wurden, erging der Auftrag zur Weiterentwicklung der bis dahin verwendeten KwK 120/44 an die Stahlwerke Rhone. Anforderungen an die Weiterentwicklung des Geschützes waren unter anderem eine identische Geometrie der Kammer wie bei der KwK 120/44 und Eignung für mindestens die gleichen Gasdrücke sowie eine Kompatibilität mit dem bis dahin verwendeten Serienturm des Panther III. Damit sollte sichergestellt werden, dass die existierenden Bestände an für die KwK 120/44 gefertigter Munition weiterhin verwendet werden und die in Dienst befindlichen Panther III ohne großen Aufwand nachgerüstet werden konnten.
Die KwK 120/55 ist für höhere Gasdrücke ausgelegt als das Vorgängermodell und kann somit Munition mit stärkerer Treibladung verschießen was in Verbindung mit dem verlängerten Lauf zu größeren Mündungsgeschwindigkeiten und somit einer gesteigerten Durchschlagskraft führt. Bei Verwendung der neuen für die Verwendung mit der KwK 120/55 optimierten Munition wird eine Mündungsgeschwindigkeit von über 1750 m/s erreicht. Dies entspricht etwas mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit. In Kombination mit der Erhöhung des Penetratorgewichtes steigt die Mündungsenergie gegenüber der Kombination alter 120mm Panzergranaten mit der KwK 120/55 von etwa 9,8 MJ auf rund 13 MJ erzielt, was einer Steigerung um mehr als 30 Prozent entspricht.
Darüber hinaus wurden die Außengeometrie (Wandstärke) des Rohres sowie die Fertigungsabläufe optimiert, um das Schwingungsverhalten der Waffe bei der Schussabgabe zu verbessern. Angepasst wurden ebenfalls die Bremskraft der Rohr-Rücklaufbremse von 600 kN auf 900 kN, die Schildzapfenlagerung im Turm sowie die Feuerleit- und Waffennachführanlage. Von der KwK 120/44 wurden bei der Umrüstung das Wiegerohr, der Rauchabsauger, das Bodenstück und der Verschlusskeil übernommen. Auf eine Hartverchromung im Mündungsbereich wird aufgrund der Erkenntnisse über die beim Schuss entstehenden und die Lebensdauer der Verchromung beeinträchtigenden Transversalwellen verzichtet.
Das längere Geschützrohr führt neben einer allgemeinen Gewichtszunahme zu einer stärkeren Kopflastigkeit was das Fahrverhalten im Gelände und bebauten Gebieten ungünstig beeinflusst und die Notwendigkeit einer häufigeren Überprüfung der Justierung mit sich bringt. Für die KwK 120/55 wurde daher die Feldjustieranlage weiterentwickelt, mit der der Richtschütze die Justierung der Waffenanlage überprüfen und die Veränderungen des Seelenrohres ermitteln und so die Justierung der Richtanlage korrigieren kann. Diese bietet durch eine Änderung des Feldjustierspiegels an der Rohrmündung nun einen besseren Schwingungsausgleich.
Die Entwicklung des Geschützes war Ende der 90er Jahre abgeschlossen. Die Auslieferung der ersten mit der KwK 120/55 ausgerüsteten Panzer, welche als Panther III F geführt wurden, erfolgte im Jahr 2000. Seit 2001 wird die KwK 120/55 offiziell als Hauptgeschütz des Panther III im Bestand der kaiserlichen Streitkräfte geführt. Nachdem die Idee der Entwicklung einer 140mm Glattrohrkanone verworfen wurde, stellt die KwK 120/55 den derzeitigen Höchststand an serienreifer Technik in der Entwicklung dreibürgischer Panzergeschütze dar und auch wenn mittlerweile in den Streitkräften vieler anderer Nationen vergleichbare Entwicklungen eingeführt wurden, ist sie ohne Zweifel bis heute eines der leistungsfähigsten der Welt.