Heeresfechten
Das dreibürgische Heeresfechten basiert anders als das Sportfechten auf Hiebfiguren mit dem schweren Säbel und hat sich im Offizierskorps parallel zum studentischen Fechten gehalten. Auch wenn im Offizierskorps heutzutage das Sportfechten mit dem Degen weiter verbreitet ist, gibt es weiterhin einen Waffenring der Heeresfechter, in den ausschließlich Offiziere und Offiziersanwärter, sowie Angehörige der Streitkräfte von Stand aufgenommen werden. Das Heeresfechten hat sich im 18. Jahrhundert aus dem Duell entwickelt und aufeinandertreffen von Offizieren finden immer noch als Duell mit scharfen Waffen statt, wenn heute auch die Verletzungsgefahr durch Schutzausrüstung minimimiert wird.
Regeln
Die Regeln des Heeresfechtrings wurden zuletzt 1956 aktualisiert. Der Herausgeforderte wählt die Waffe mit der gefochten wird aus. Der Säbel, der ausschließlich als Hiebwaffe verwendet wird muss den Vorschriften des Reichsführungsstabes für Seitenwaffen entsprechen. Die meisten Offiziere führen daher zum fechten den Offizierssäbel 91. Die Kontrahenten stehen sich gegenüber. Anders als im studentischen fechten sind allerdings Kopf und Oberkörper Trefferflächen und Schritte sind ausdrücklich erlaubt. Nach jedem Treffer ziehen sich beide Parteien, ähnlich wie beim Sportfechten, wieder auf eine Ausgangsposition zurück.
Verbreitung
Das Heeresfechten ist innerhalb des Offizierskorps eine beliebte Sportart, wenn es auch nach und nach vom Sportfechten abgelöst wird. Die Militärakademie zu Greifenburg unterrichtet weiterhin alle Offiziersanwärter im Kampf mit Blankwaffen und bietet Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse im Heeres- wie im Sportfechten an. Der Waffenring der Heeresfechter hat etwa 12.000 Mitglieder, die sich dem ehrenvollen Fechten verschrieben haben und Turniere austragen. Dem steht der Traditionsring dreibürgischer Heeresfechter mit 2.500 Mitgliedern entgegen, der sich 1961 vom Waffenring der Heeresfechter über die Frage ob Turniere ehrenhaft sind, abgespalten hat. Der Traditionsring lehnt Turniere als Veranstaltungsform ab und beruft sich auf das Fechtregelwerk von 1931 anstatt auf die 1956 aktualisierte Variante. Angehörige des Traditionsringes dürfen keine Herausforderungen gegen Fechter des Waffenringes aussprechen, ohne vom Verband ausgeschlossen zu werden. Allerdings können die Herausforderungen durch Mitglieder des Waffenringes ohne Sanktionen angenommen werden. Es gibt mehrere kleinere Heeresfechtringe mit eigenen Regeln bezüglich Wettbewerben und Kämpfen, darunter der Heeresfechterbund, der Ring der Fechtmeister, die Vereinigung freier Fechtringe, der Traditionsring der Kavalleriefechter und die Greifenburger Verbindung der Heeresfechter. Eine Sonderrolle nimmt die Greifenburger Verbindung der Heeresfechter ein, die zwar laut ihren Statuten das Heeresfechten pflegen, deren Fechtregeln allerdings vollständig dem Regelwerk des studentischen Fechtens entsprechen.
Turniere
Jedes Jahr findet eine große Turnierserie der Heeresfechter statt. Alle Angehörigen des Waffenrings der Heeresfechter haben die Möglichkeit an den Divisionsturnieren teilzunehmen. Die besten Divisionsfechter nehmen dann an den Turnieren auf Korps- und später Armeeebene teil. Reservisten und Offiziere in Stäben oberhalb der Divisionsebene werden dabei üblicherweise den Divisionen zugeteilt, denen sie zuletzt angehörten. Heeresfechter in Luftwaffe und Marine haben ihre eigenen Meisterschaften, die wie Armeemeisterschaften gewertet werden. Schließlich finden jeden Herbst die Fechtmeisterschaften statt, die zwischen den besten Fechtern einer jeden Armee, der Marine und der Luftwaffe ausgetragen werden. Es ist Tradition, dass der Meister des Waffenrings der Heeresfechter den angesehensten Fechter des Traditionsrings der dreibürgischen Heeresfechter herausfordert. Nur wenn er ihn besiegen kann, gilt er wahrhaft als dreibürgischer Meister im Heeresfechten.