TS-15: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Dreibürgischer Militäralmanach
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Bereits in den 80er Jahren wurde mit der Entwicklung von Konzepten für ein Nachfolgesystem zu den in den 50er Jahren bei den Fallschirmjägereinheiten eingeführten Truppenfallschirmen begonnen. Diese Rundkappenschirme waren direkte Nachfolgermodelle der in den 40er Jahren verwendeten Fallschirme und konnten trotz beständiger Weiterentwicklung nur sehr bedingt auf veränderte Anforderungen (insbesondere das ständig zunehmende Gesamtgewicht an mitgeführter Ausrüstung) angepasst werden. In der Konzeptphase wurden daher eine Reihe von Anforderungen an ein Nachfolgesystem formuliert:
 
Bereits in den 80er Jahren wurde mit der Entwicklung von Konzepten für ein Nachfolgesystem zu den in den 50er Jahren bei den Fallschirmjägereinheiten eingeführten Truppenfallschirmen begonnen. Diese Rundkappenschirme waren direkte Nachfolgermodelle der in den 40er Jahren verwendeten Fallschirme und konnten trotz beständiger Weiterentwicklung nur sehr bedingt auf veränderte Anforderungen (insbesondere das ständig zunehmende Gesamtgewicht an mitgeführter Ausrüstung) angepasst werden. In der Konzeptphase wurden daher eine Reihe von Anforderungen an ein Nachfolgesystem formuliert:
  
* Verbesserung des maximalen Sprunggewicht von bisher 136 kg auf 151 kg (ohne Gurtzeug und Fallschirm)
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* Verbesserung des maximalen Sprunggewichts von bisher 136 kg auf 151 kg (ohne Gurtzeug und Fallschirm)
 
* Sinkgeschwindigkeit zwischen 4,8 und 5,4 m/s bei maximalem Sprunggewicht
 
* Sinkgeschwindigkeit zwischen 4,8 und 5,4 m/s bei maximalem Sprunggewicht
 
* Minimale Absprunghöhe im Gefecht von 152 m
 
* Minimale Absprunghöhe im Gefecht von 152 m
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==Reserveschirm TS-15R==
 
==Reserveschirm TS-15R==
 
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Der TS-15R ergänzt als neuer Reserveschirm für das Fallschirmsystem TS-15. Das multikonische Design der Reservekappe ist am Scheitelpunkt spitz zulaufend und soll eine schnelle und sichere Öffnung bei allen Verhältnissen garantieren. Die konische Form soll verhindern, dass der Reserveschirm in die Hauptkappe oder deren Fangleinen gerät und vermeidet auch einen Fangleinenüberwurf zuverlässiger als beim Vorgängermodell. Die Scheitelöffnung der Fallschirmkappe ist zum Anfang des Entfaltungsvorgangs mit einem Band geschlossen, um möglichst viel Luft zur Öffnung im Fallschirm zu behalten. Kurz bevor der Fallschirm voll entfaltet ist reißt das Band und gibt die Scheitelöffnung frei, woraufhin die dadurch ausströmende Luft den Entfaltungsstoß mindert. Am Anfang des Öffnungsvorgangs füllen sich außerdem vier außen an der oberen Fallschirmhülle angenähte Taschen mit Luft. Damit entfaltet sich dieser Teil des Fallschirms sofort zum vollen Durchmesser und passt damit nicht mehr durch die Fangleinen des möglicherweise voll oder teilweise entfalteten Hauptschirms.
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Der TS-15R ergänzt als neuer Reserveschirm das Fallschirmsystem TS-15. Das multikonische Design der Reservekappe ist am Scheitelpunkt spitz zulaufend und soll eine schnelle und sichere Öffnung bei allen Verhältnissen garantieren. Die konische Form soll verhindern, dass der Reserveschirm in die Hauptkappe oder deren Fangleinen gerät und vermeidet auch einen Fangleinenüberwurf zuverlässiger als beim Vorgängermodell. Die Scheitelöffnung der Fallschirmkappe ist zum Anfang des Entfaltungsvorgangs mit einem Band geschlossen, um möglichst viel Luft zur Öffnung im Fallschirm zu behalten. Kurz bevor der Fallschirm voll entfaltet ist reißt das Band und gibt die Scheitelöffnung frei, woraufhin die dadurch ausströmende Luft den Entfaltungsstoß mindert. Am Anfang des Öffnungsvorgangs füllen sich außerdem vier außen an der oberen Fallschirmhülle angenähte Taschen mit Luft. Damit entfaltet sich dieser Teil des Fallschirms sofort zum vollen Durchmesser und passt damit nicht mehr durch die Fangleinen des möglicherweise voll oder teilweise entfalteten Hauptschirms.
  
 
Der Springer öffnet den Reserveschirm indem er am roten zentral angebrachten Griff zieht. Dadurch wird ein federgespannter 1,8 m breiter Hilfsschirm freigegeben, der den Reserveschirm entfaltet, ohne dass der Springer weiter tätig werden muss. Bei maximalem Sprunggewicht und Geschwindigkeit öffnet sich der Schirm in 0,7 s und sinkt danach mit 7,9 m/s zu Boden.
 
Der Springer öffnet den Reserveschirm indem er am roten zentral angebrachten Griff zieht. Dadurch wird ein federgespannter 1,8 m breiter Hilfsschirm freigegeben, der den Reserveschirm entfaltet, ohne dass der Springer weiter tätig werden muss. Bei maximalem Sprunggewicht und Geschwindigkeit öffnet sich der Schirm in 0,7 s und sinkt danach mit 7,9 m/s zu Boden.

Aktuelle Version vom 5. Januar 2017, 18:44 Uhr

Dreibuergen Flagge Neu.png
Fallschirmjäger mit dem Truppenschirm TS-15
Allgemeines
Bezeichnung Truppenfallschirm TS-15
Technische Daten
Durchmesser 8,71 m
max. Sprunggewicht 181 kg (157 kg ohne Fallschirm und Gurtzeug)
max. Absetzgeschwindigkeit 278 km/h
Sinkgeschwindigkeit bei max. Sprunggewicht 5,6 m/s
max. Pendelwinkel
max. Öffnungsbelastung 7 g
Fangleinen 28
Fangleinenlänge 6,5 m

Der TS-15 ist der aktuell von den Luftlandetruppen des Kaiserreichs Dreibürgen verwendete Truppenfallschirm zum automatischen Absetzen aus geringer Höhe.

Entwicklung

Bereits in den 80er Jahren wurde mit der Entwicklung von Konzepten für ein Nachfolgesystem zu den in den 50er Jahren bei den Fallschirmjägereinheiten eingeführten Truppenfallschirmen begonnen. Diese Rundkappenschirme waren direkte Nachfolgermodelle der in den 40er Jahren verwendeten Fallschirme und konnten trotz beständiger Weiterentwicklung nur sehr bedingt auf veränderte Anforderungen (insbesondere das ständig zunehmende Gesamtgewicht an mitgeführter Ausrüstung) angepasst werden. In der Konzeptphase wurden daher eine Reihe von Anforderungen an ein Nachfolgesystem formuliert:

  • Verbesserung des maximalen Sprunggewichts von bisher 136 kg auf 151 kg (ohne Gurtzeug und Fallschirm)
  • Sinkgeschwindigkeit zwischen 4,8 und 5,4 m/s bei maximalem Sprunggewicht
  • Minimale Absprunghöhe im Gefecht von 152 m
  • Maximale Absetzgeschwindigkeit von 278 km/h
  • Einsatzfähig bis 2290 m über NN und bei maximal 24 km/h Bodenwind
  • Öffnungsbelastung von max. 10 g und 15 g für Hauptschirm bzw. Reserveschirm auf den Springer
  • Reserveschirm mit maximaler Sinkgeschwindigkeit von 8,2 m/s
  • Systemzuverlässigkeit von 99,93 %

Mit der faktischen Auflösung der Luftlandeverbände in den 90er Jahren wurde das Entwicklungsprogramm zunächst auf Eis gelegt und erst mit Beschluss einer Neuaufstellung 2001 wiederaufgenommen. Die ersten Erprobungssprünge wurden 2004 durchgeführt, Anfang 2005 begann die Einführung als reguläre Ausrüstung bei den Fallschirmjägereinheiten.

Hauptschirm TS-15

TS-15 im gepackten Zustand

Der TS-15 ist ein Truppenfallschirm mit automatischer Öffnung durch eine Aufziehleine. Der größte offensichtliche Unterschied gegenüber dem Vorgängermodell und anderen Truppenfallschirmen ist seine große quaderähnliche Konstruktion, welche für ein sehr stabiles Sinken bei geringen Pendelbewegungen des Springers sorgt. Dies wird hauptsächlich dadurch erzielt, dass die Luft nicht über eine Öffnung im Scheitelpunkt der Kappe, sondern über die Schlitze an den Ecken und jeweils fünf luftdurchlässige Abschnitte an den Seiten entweicht.

Gegenüber der Hauptkappe des Vorgängermodells verfügt die des TS-15 über eine 28% größere Oberfläche bei einem 14% größeren Durchmesser. Das zusätzliche Material führt auch zum Gewichtsanstieg der gesamten Sprungausrüstung auf 24 kg allerdings konnte das maximal zulässige Gesamtgewicht des Springers auf 181 kg erhöht werden was einem Sprunggewicht von 157 kg ohne Gurtzeug und Fallschirm entspricht und die Forderungen des ursprünglichen Konzepts somit übertrifft.

Die große Fallschirmkappe mit den senkrechten Seiten weist eine größere Windanfälligkeit auf und kann leichter abgetrieben werden. Darüber hinaus erhöht sich die Gefahr, dass der Springer nach der Landung mitgeschleift wird. Um dies zu verhindern, hat der Springer die Möglichkeit die Fallschirmkappe nach der Landung über die Kappentrennschlösser von den beiden Hauptgurten zu lösen.




Reserveschirm TS-15R

TS-15R (am Gurtzeug befestigt)

Der TS-15R ergänzt als neuer Reserveschirm das Fallschirmsystem TS-15. Das multikonische Design der Reservekappe ist am Scheitelpunkt spitz zulaufend und soll eine schnelle und sichere Öffnung bei allen Verhältnissen garantieren. Die konische Form soll verhindern, dass der Reserveschirm in die Hauptkappe oder deren Fangleinen gerät und vermeidet auch einen Fangleinenüberwurf zuverlässiger als beim Vorgängermodell. Die Scheitelöffnung der Fallschirmkappe ist zum Anfang des Entfaltungsvorgangs mit einem Band geschlossen, um möglichst viel Luft zur Öffnung im Fallschirm zu behalten. Kurz bevor der Fallschirm voll entfaltet ist reißt das Band und gibt die Scheitelöffnung frei, woraufhin die dadurch ausströmende Luft den Entfaltungsstoß mindert. Am Anfang des Öffnungsvorgangs füllen sich außerdem vier außen an der oberen Fallschirmhülle angenähte Taschen mit Luft. Damit entfaltet sich dieser Teil des Fallschirms sofort zum vollen Durchmesser und passt damit nicht mehr durch die Fangleinen des möglicherweise voll oder teilweise entfalteten Hauptschirms.

Der Springer öffnet den Reserveschirm indem er am roten zentral angebrachten Griff zieht. Dadurch wird ein federgespannter 1,8 m breiter Hilfsschirm freigegeben, der den Reserveschirm entfaltet, ohne dass der Springer weiter tätig werden muss. Bei maximalem Sprunggewicht und Geschwindigkeit öffnet sich der Schirm in 0,7 s und sinkt danach mit 7,9 m/s zu Boden.