Reiterstaffel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Dreibürgischer Militäralmanach
Zur Navigation springen Zur Suche springen
 
Zeile 1: Zeile 1:
 
[[Kategorie:Polizei]][[Kategorie:Polizeieinheit]]
 
[[Kategorie:Polizei]][[Kategorie:Polizeieinheit]]
Die '''Reiterstaffel''' (auch "RS" oder ''Berittene Polizei'') nutzt als Teil der Polizei Pferde als Einsatzmittel. Trotz der fortschreitenden Entwicklung ist die berittene Polizei bei vielen [[Landespolizeien]] ein fester Bestandteil. Vor allem bei der [[Landespolizei Hohenburg-Lohe]] besitzt die Reiterstaffel eine große Tradition. Entsprechend hat diese die größte Reiterstaffel aller Reichsländer.
+
Die '''Reiterstaffel''' (auch "RS" oder ''Berittene Polizei'') nutzt als Teil der Polizei Pferde als Einsatzmittel. Trotz der fortschreitenden Entwicklung ist die berittene Polizei bei vielen [[Landespolizei|Landespolizeien]] ein fester Bestandteil. Vor allem bei der [[Landespolizei Hohenburg-Lohe]] besitzt die Reiterstaffel eine große Tradition. Entsprechend hat diese die größte Reiterstaffel aller Reichsländer.
 
[[Datei:Berittene_Streife.jpg|thumb|right|200px|Berittene Streife der [[Landespolizei Reichstal]]]]
 
[[Datei:Berittene_Streife.jpg|thumb|right|200px|Berittene Streife der [[Landespolizei Reichstal]]]]
  

Aktuelle Version vom 7. Januar 2017, 04:31 Uhr

Die Reiterstaffel (auch "RS" oder Berittene Polizei) nutzt als Teil der Polizei Pferde als Einsatzmittel. Trotz der fortschreitenden Entwicklung ist die berittene Polizei bei vielen Landespolizeien ein fester Bestandteil. Vor allem bei der Landespolizei Hohenburg-Lohe besitzt die Reiterstaffel eine große Tradition. Entsprechend hat diese die größte Reiterstaffel aller Reichsländer.

Berittene Streife der Landespolizei Reichstal

Aufgaben

Einsatzmöglichkeiten

Die Reiterstaffeln haben ein vielfältiges Aufgaben- und Einsatzgebiet. So kann sie bsp. bei

  • Schutz von Großveranstaltungen wie Fußballspielen, Freilichtkonzerten, Umzügen, Versammlungen und Demonstrationen,
  • Fahndungen, Absperr- und Suchmaßnahmen im Gelände,
  • Unterstützung bei der Evakuierung größerer Menschenmengen,
  • Streifendienst aller Art, sowohl das Streifereiten in der Stadt als auch Patrouillenritte in Parkanlagen, im Gelände oder in Naturschutzgebieten,
  • Überwachung von Parkplätzen zur Verhinderung von Fahrzeugaufbrüchen,
  • Unterstützung der nichtberittenen Dienststellen bei ihren Aufgaben

eingesetzt werden.

Stärken der berittenen Polizei

Die Stärken der Reiterstaffel liegen vor allem:

  • in der erhöhten Sicht des Reiters: Dadurch lässt sich ein relativ großes Areal leicht überwachen.
  • in ihrer Geländegängigkeit: Wo Geländewagen nicht mehr fahren können wie im dichten Wald oder Unterholz sowie in (stark) durchschnittenem Gelände, ist der Einsatz von Pferden meist problemlos möglich. So ist die Überwachung der Waldgebiete oder Naturgebieten mit erhöhtem Aufkommen von Straftaten ohne Reiter nur sehr schwer möglich.
  • in ihrer beeindruckenden Größe: Bei Demonstrationen und Sitzblockaden können Pferde wertvolle Hilfe zum Räumen von Plätzen leisten. Beim engen Kontakt mit Menschen ist besondere Umsicht durch den Reiter geboten, um die Gefahr der Verletzung von Demonstranten möglichst gering zu halten. Durch die erhöhte Sitzposition sind die Polizisten mitunter besonders geschützt.
  • in ihrer Umweltverträglichkeit: Besonders in Naturschutzgebieten können Pferde wertvolle Dienste leisten, ohne die Natur zu beeinträchtigen.
  • gerade auch im psychologischen Faktor: Durch den beruhigenden Faktor Tier können Menschen gewaltlos bleiben und sich sogar Gespräche mit den Beamten ergeben. Insbesondere bei Festivals und großen Menschenansammlungen wird so auf Deeskalation hingewirkt.

Schwächen, Risiken, Gefahren und Kritik

In Stresssituationen kann nicht immer ausgeschlossen werden, dass Pferde trotz guter Ausbildung außer Kontrolle geraten und Menschen überrennen. Das Verletzungsrisiko für Menschen ist dabei recht hoch, da die Pferde beschlagen und schwer sind. So wurde bei einer Demonstration in Hohenburg (Hohenburg-Lohe) ein passiv umherstehender Demonstrant erheblich verletzt, als ihn ein scheuendes Pferd umrannte und mit den Hufen am Kopf traf. Pressevertreter kritisierten die Landespolizei Hohenburg-Lohe daraufhin dafür, die Pferde unmittelbar in die demonstrierende Menschenmenge hineingeführt zu haben, was als Einsatzstrategie untauglich sei.

Auch die Polizeipferde selbst sind besonderen Risiken im Einsatz ausgesetzt. So drückte während der WM 2009 in Reichstal ein Polizeipferd während eines Fußballspiels im Rückwärtsgehen eine Scheibe ein und verletzte sich dabei so schwer, dass es eingeschläfert werden musste. Auch Angriffe gegen Dienstpferde mit Wurfgeschossen oder Stangen bei Demonstrationen kommen vor.

Einzelne Kommentatoren halten das Auftreten berittener Polizistinnen und Polizisten ganz grundsätzlich für „antiquiertes Herrschaftsgebaren“ und fordern deren Abschaffung. Radikale Tierschützer kritisieren den Einsatz von Polizeipferden auch unter Tierschutzgesichtspunkten und verweisen darauf, dass ihre Dressur einer artgerechten Haltung widerspreche, da der natürliche Fluchtinstinkt der Tiere unterdrückt werden solle. Nach Ansicht von Wirtschaftsprüfern ist eine effektive Arbeitsweise der Staffeln nicht gegeben, da die Polizeireiter zu viel Zeit mit der Pferdepflege verbrächten und der Kosten/ Nutzen-Faktor sich nicht rechnen würde.


Ausbildung

Pferd der Reiterstaffel der Landespolizei Hohenburg-Lohe

Ausbildung der Dienstpferde

Durch eine ergänzende und spezialisierte reiterliche Ausbildung sind die Beamten der Reiterstaffeln für ihren Auftrag qualifiziert. Den Instinkt als Fluchttier kontrollierbar zu machen gilt bei der Ausbildung ihrer Pferde als oberste Maxime. Jedes Pferd wird individuell, je nach Leistungsstand und Veranlagung, an die Arbeit als Dienstpferd herangeführt. Dies geschieht durch die Gewöhnung an optische und akustische Reize. Erfahrenen Dienstpferde werden bei der Ausbildung zur Hilfe herangezogen. So reiten diese mit den auzubildenden Pferde Streife, um das Tier an den Straßenverkehr zu gewöhnen. Dies findet auf einer spielerischen Ebene statt, um das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen und seinen Charakter zu stärken. Das Pferd sollte stets als Gewinner aus diesem Spiel hervorgehen, um den Lerneffekt positiv zu verstärken. Der Grundsatz „Vom Leichten zum Schweren“ steht hierbei im Vordergrund. Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel zwölf Monate. In dieser Zeit werden die Dienstpferde an der Landespolizeischule für Dienstpferde in Hohenburg-Lohe ausgebildet. Das Ziel der Ausbildung ist das Ausbildungsniveau der Klasse A.

Remonten

Bereits bei der Auswahl von Remonten für die Reiterstaffeln wird besonderer Wert auf bestimmte Eigenschaften des Tieres gelegt. Insbesondere zählt hierzu neben der Gesundheit eine kräftige Statur. Das Pferd sollte sich außerdem problemlos von verschiedenen Personen reiten lassen. Die Beschaffung hängt aber auch vom vorgegebenen finanziellen Rahmen der ankaufenden Behörde ab. Besonders beliebt sind Hohenburger, Auerberger und Cassauer als Dienstpferde und werden meist aus dem Großherzoglich Hohenburg-Loh'schen Hauptgestüt bezogen.


Ausrüstung

Wie alle Angehörigen der Schutzpolizei sind die Beamten der Reiterstaffeln uniformiert. Allerdings weicht die Uniform etwas von den der "normalen" Polizeibeamten ab. Größtes Unterscheidungsmerkmal sind das Schuhwerk (Reitstiefel) und die Hose (Reithose). Als Kopfbedeckung dient auf Streife ein Reithelm, der beim Schutz von Veranstaltungen und Demonstrationen,je nach Einsatzlage, auch durch einen Visierhelm nach Art der Bereitschaftspolizei ersetzt wird. Ausrüstungsgegenstände (Formulare usw.) werden in Sattelpacktaschen mitgeführt.