Ti 189 Turmfalke
| Allgemeines | |
| Bezeichnung | Tiedemann 189 Turmfalke Ausführung C |
| Waffenkategorie | Strategischer Bomber |
| Hersteller | Tiedemann AG |
| Technische Daten | |
| Besatzung | 4 (Kommandant, 1. Offizier, 1. Waffensystemoffizier und 2. Waffensystemoffizier) |
| Länge | 44,81 m |
| Flügelspannweite eingeschwenkt | 3,14 m |
| Flügelspannweite ausgeschwenkt | 9,58 m |
| Höhe | 10,36 m |
| Leergewicht | 86.183 kg |
| Maximales Startgewicht | 216.634 kg |
| Maximale Waffenzuladung | 60.781 kg |
| Triebwerke | 4 TMW SBB 200 Mantelstromtriebwerke |
| Schubkraft | 4 x 144,12 kN (mit Nachbrenner) |
| Dienstgipfelhöhe | 14.934 m |
| Höchstgeschwindigkeit | Mach 1,2 |
| Einsatzradius | 5.543 km |
| Überführungsreichweite | 11.998 km |
| Bewaffnung und Abwehrmaßnahmen | |
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Die Ti 189 Turmfalke wurde als Nachfolger der alternden WA 228 Atlantis in den 70er und 80er Jahren entwickelt. Sie sollte Überschallgeschwindigkeit erreichen und sowohl als konventioneller, als auch als Nuklearbomber eingesetzt werden. Seit 1989 befindet sich die Ti 189 Turmfalke im Dienst und flog bereits Einsätze über Andro und Stauffen.
Entwicklung
Erste Pläne für einen Ersatz der WA 228 wurden schon in den 60er Jahren entwickelt. Das Entwicklungsprojekt "Neue Strategische Plattform" aus dem Jahr 1972 formulierte zum ersten mal das Bedürfnis nach einem überschallschnellen strategischen Bomber. Allerdings entsprachen weder die Prototypen von Weichsel Aerospace noch der Flugzeugwerke Atlas den Forderungen des Reichsführungsstabes und des Oberkommandos der Luftwaffe. Der Weichsel-Entwurf war zwar schneller als der Schall und hatte bereits äußere Ähnlichkeit mit der späteren Ti 189 Turmfalke, konnte aber zu wenige Bomben und Raketen transportieren. Dazu hatten Reichsführungsstab und OKL zweifel an der Zuverlässigkeit des Musters. Das Atlas-Modell erreichte nur kurzzeitig, unter Vollauslastung der Triebwerke Schallgeschwindigkeit und war weitaus konventioneller ausgelegt. Das OKL gab 1978 unter heftigem Protest der Weichsel Aerospace, alle bisherigen Pläne für dreibürgische Rüstungsbetriebe frei und schrieb das Projekt "Bomber 90" aus. Bis 1998 sollte mit diesem Projekt die WA 228 Atlantis ersetzt werden. Sowohl Weichsel Aerospace, als auch die Tiedemann AG entwickelten Versionen des Weichsel-Entwurfs. Das OKL beschloss 1989 beide Entwürfe, sowohl die kleinere, schnellere WA 230 Wächter, sowie die größere Ti 189 Turmfalke anzuschaffen und zu erproben. Man entschied sich, aufgrund der größeren Kapazitäten und der einfacheren Bauweise für die Ti 189 Turmfalke. Die vier gelieferten Prototypen der WA 230 Wächter wurden allerdings im Dienst behalten und bis 2008 eingesetzt.
Varianten
Ti 189 A
Die ersten Ti 189 A wurden 1991 ausgeliefert. Sie waren primär als Nuklearbomber ausgelegt und konntene, neben Nuklearsprengköpfen nur ungelenkte Bomben transportieren.
Ti 189 B
Die Ti 189 wurde ab 1995 in der Rolle eines strategischen Mehrzweckbombers ausgeliefert. Sie konnte neben nuklearen und konventionellen Bomben auch Lenkwaffen transportieren, sowie Marschflugkörper.
Ti 189 C
Im Jahr 2002 wurden alle gebauten Ti 189 A und B mit neuem Radar ausgestattet. Darüber hinaus wurden die Maschinen der Ausführung A auf B-Standard aufgerüstet, im Bezug auf die Möglichkeit verschiedenen gelenkte Waffen mitzuführen.
Weiterentwicklung
Eine Weiterentwicklung ist bisher nicht geplant. Die Luftwaffe fordert in ihrem StaBo 2015-Programm allerdings einen neuen modernen Bomber, dessen Spezifikationen durchaus von einer aufgerüsteten Ti 189 Turmfalke erfüllt werden könnten.
Einsatz
Die Ti 189 hat bisher mehrere Einsätze, so gegen Andro, oder im Ostland gesehen und agierte überall effektiv als schneller strategischer Bomber. Von den 70 gebauten Exemplaren befinden sich noch 66 im Dienst, weitere vier sind im Einsatz verloren gegangen.